Freiheit statt Einschränkung

Das Programm Betzavta (dt.: Miteinander) wurde am Jerusalemer Adam Institute for Democracy and Peace entwickelt. Es macht demokratische Wege der Entscheidungsfindung mit ihren Chancen und Schwierigkeiten erlebbar. Die Besonderheit des Ansatzes besteht in der Grundannahme, dass Konflikte besonders kreativ bearbeitet werden können, wenn die beteiligten Personen anerkennen, dass das Recht auf freie Entfaltung für alle Menschen gleichermaßen gilt. Das Konzept wurde 1995 vom Centrum für angewandte Politikforschung (C·A·P) an der Universität München für die Anwendung in Deutschland adaptiert.
Das Programm arbeitet mit einer besonderen Methode und verknüpft dabei inhaltliche Impulse mit dem gruppendynamischen Prozess. Die sogenannte "Konflikt-Dilemma-Konflikt-Methode" basiert auf der Annahme, dass wir das gleiche Recht einer anderen Person auf freie Entfaltung am ehesten dann akzeptieren, wenn wir deren Position als eine Alternative anerkennen, die unter anderen Umständen auch unsere eigene sein könnte. Ist diese Erkenntnis eingetreten, dann fällt es in einem nächsten Schritt möglicherweise leichter, die Position von der Person zu trennen und anschließend nach einer Lösung des Konflikts zu suchen, die die Freiheit von beiden Parteien so wenig wie möglich einschränkt.


Susanne Ulrich
Leiterin Akademie Führung & Kompetenz
am Centrum für angewandte Politikforschung