Olaf Bryan Wielk

Beemgee GmbH
Digital Story Development Tool

Workshop:
Structuring Emotion – Wie narrative Struktur Gefühle auslöst, aus denen Menschen lernen und handeln

How narrative structure creates feelings through which people learn and do

Was genau ist eigentlich eine Geschichte? Woraus besteht sie, was sind die entscheidenden Elemente? Storytelling ist für Menschen so selbstverständlich, dass vielen von uns gar nicht bewusst ist, wie allgegenwärtig die „Fiktionen“ sind, durch die wir unser Leben und unsere Welt verstehen. Welche strukturellen narrativen Merkmale finden sich in allen Stories, und wie kann man diese auf die unterschiedlichsten Medien und Use Cases anwenden?

What exactly constitutes a story? What do stories consist of, which elements do they all have in common? Storytelling is so ubiquitous that most people are not aware of how pervasive the „fictions“ are which help us understand our lives and our world. Which structural components of narrative are there, and how do we adapt them to various media and different use cases?

„Ich habe an der Glasgow Universität in Schottland mein MA honours Studium der Anglistik und Germanistik abgeschlossen – mit klassischer griechischer Zivilisation und Philosophie in den Nebenfächern. An der Humboldt-Universität zu Berlin habe ich dann selber Kurse gegeben, hauptsächlich in der Übersetzungswissenschaft, aber auch in Stilistik und Essay Writing. Mir lag stets an einem möglichst praktischen Bezug, deswegen habe ich noch eine werbefachliche Ausbildung absolviert, die dann in eine Beschäftigung in der Werbeabteilung des Rowohlt Verlags mündete. Nach sechs Jahren wechselte ich zunächst ins Marketing, fünf Jahre später dann auch den Verlag: 2010 wurde ich stellvertretender Marketingleiter des Carlsen Verlags.

In meiner gesamten beruflichen Laufbahn hatte ich stets mit Geschichten zu tun. Im Buchmarketing habe ich mich auf erzählende Prosa konzentriert, auf das Herauskristallisieren der Quintessenz eines Werks, um diese dann in einer prägnanten Kernbotschaft kommunizieren zu können. Meine Arbeit bestand also in der Analyse von Geschichten. Auch privat hatte und habe ich engen Kontakt mit angehenden und etablierten Autoren, Verlagsmenschen, Filmemachern. Mich treibt seit jeher die Frage um, ob sich herausfinden lässt, was – jenseits der rein sprachlichen Ebene – eine Geschichte gut macht.

Wieso sind (oder funktionieren) manche Romane oder Filme „besser“ als andere? Als Anglist und Germanist sind mir die literaturwissenschaftlichen Ansätze vertraut, und ich habe natürlich weiterführende Fachliteratur studiert: McKee, Field, Egri, Truby, Campbell, Vogler, Yorke, auch Boyd etc. Aus diesen und vielen vielen anderen Quellen entstand das inhaltliche Grundgerüst des Storytelling-Tools Beemgee. Die Beemgee GmbH gründete ich 2015 mit Robert Becker. Dank ihm, seinen IT-Kenntnissen, seiner unternehmerischen Erfahrung und Weitsicht, ist das Konzept hinter Beemgee zu einem überzeugenden Angebot geworden.

Fast alle Texte im Beemgee-Blog stammen von mir, ihre Ursprungsversion ist übrigens englisch. Ich bin gebürtiger Engländer mit deutschem Vater und daher zweisprachig aufgewachsen, spreche und schreibe also in beiden Sprachen, mit absoluter Sicherheit bewege ich mich jedoch nur in der Sprache meiner Mutter.

In den letzten Jahren befasse ich mich durch einem intensiven Kontakt zu einer digitalen Fundraising-Lösung zunehmend mit dem Non-Profit-Sektor. Gerade gemeinnützige Organisationen können die Prinzipien des Storytellings für sich entdecken und nutzen.“

„I studied English Language at Glasgow University, with some Classical Civilisation and Philosophy thrown in. After graduating I immediately started teaching at the Humboldt University in Berlin. But I wasn’t interested in an academic career and to do something more practical I took a vocational course on advertising. This led to a job in the advertising department of one of Germany’s most well-known book publishers, Rowohlt Verlag. After six years I changed to the marketing department, writing the briefs that hitherto I had received. In 2010 I moved to Carlsen Verlag, the German publisher of, among many other great books for younger people, Harry Potter.

I have had a lot to do with fiction. My job was to find the essence of a story in order to be able to communicate this to the trade and the public in one clear headline. So I was analysing stories.

I am close to authors, publishing folk, filmmakers. I am keenly interested in finding out what, beyond language, makes one story more effective than another. Why are some novels or films more successful than others? Naturally, I know the literature and what scholars tell us. All of my knowledge and that of many other talented storytellers went into our storytelling tool Beemgee. I founded the company 2015 with Robert Becker, whose technical and entrepreneurial talent as well as his vision and experience have turned Beemgee into a serious software for developing narratives.

I write the Beemgee blog in English then take care that it is translated into German. In Germany, the idea that storytelling is a craft that can be learnt is gradually beginning to gain currency. Much of what Beemgee is about is more familiar in the English-speaking world than here.

In the last couple of years an intensive cooperation with a digital fundraising solution has brought me closer to the non-profit sector. Charities especially can, and do, make use of the principles of storytelling.“